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Golfen bedeutet Helfen – Yvonne de Bark

Vielbeschäftigt, doch immer engagiert: Die Schauspielerin, Autorin und Dozentin Yvonne de Bark lässt keine Gelegenheit ungenutzt, um zu helfen. Wir trafen sie bei den Golf Charity Open, die am 6. Mai auf dem Platz am Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe zugunsten von Lichtblick-TAK e.V. in Heilbronn stattfanden. Dabei kamen mehr als 8.000 Euro für den Verein zusammen, der sich um trauernde Kinder, Jugendliche und deren Familien kümmert. Lesen Sie hier das Interview in ganzer Länge.

 

Text: Anke Bracht


CALMA (C): Liebe Frau de Bark, man sieht Sie immer wieder bei Spendenmarathons und Charity Events, so wie unser Golfturnier im vergangenen Mai. Was bewegt Sie dazu?

Yvonne de Bark (YdB): Der Zeitaufwand für ein Charityevent steht in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Kinder oder Menschen in Not, für die Spenden gesammelt werden. Im Gegenteil. Ich bin glücklich einen winzigen Teil beitragen zu können, damit Kinder lachen können, Kranke medizinische Hilfe und Bedürftige Mut und Unterstützung bekommen.

C: Sie gelten als passionierte Golferin. Verraten Sie uns Ihr Handicap?

YdB: Mein Handicap? Ich habe mich tatsächlich verbessert! Ich bin nun auf 50! Nun ja, ich spiele ja erst seit zwei Jahren und das leidenschaftlich, aber eben nur zum Spaß. Golf ist für mich mehr als ein Sport. Es ist die ständige Erinnerung daran, dass Perfektion für mich KEIN erstrebenswerter Zustand ist. Auf dem Golfplatz lerne ich ruhig zu atmen. Das hat weniger mit der tollen Luft zu tun, als vielmehr mit einer Methode, mich zu beruhigen, wenn das kleine weiße Ding wieder mal nicht das macht, was ich will. Und wenn dann zwischendurch das erlösende „Klonk“ aus dem Loch ertönt, bin ich der glücklichste Mensch der Welt… bis zum nächsten Abschlag.

C: Wie haben Sie Golf als Sport für sich entdeckt?

YdB: Wie kam ich zum Golf? Golf war für mich ein Altherrensport, der nur elitärer Klientel vorbehalten war. Hätte ich gewusst, wie es wirklich ist, hätte ich viel früher angefangen. Dazu gekommen bin ich wie die Jungfrau zum Kinde. Ich bin ja nicht nur Schauspielerin, sondern auch Autorin. Deshalb sprach mich die Vereinigung clubfreier Golfspieler (VCG) an, ob ich Lust hätte, einen Blog darüber zu schreiben, wie es ist, wenn man als absoluter Neuling Golf spielen lernt. Ich habe Platzreife gemacht und losgespielt und nebenbei meine Erfahrungen und Erlebnisse in einem Blog verewigt. Über die unterschiedlichen Typen von Golfspielern, die ich auf den Plätzen kennengelernt habe, über den Kampf mit weißen Bällen und der ewigen Suche danach und der schnell entstandenen Sucht nach dem perfekten Schlag.

C: Welcher unserer Plätze ist Ihr Favorit und warum?

YdB: Welcher Platz ist mein Favorit? Ich liebe schwierige Plätze. Ein guter Platz muss für mich Herausforderungen haben, die mein Bedürfnis nach Abenteuer aber auch Ästhetik befriedigen. Schönes Wasser, spielbare Bunker und Wälder, in denen ich meinen Ball suchen kann, ohne mit zerrissenen Kleidern wieder heraus zu kommen. Dazwischen muss mal ein Loch sein, bei dem das Selbstbewusstsein einen gewaltigen Sprung nach vorne machen kann. Also insgesamt muss der Platz eine gute Mischung sein zwischen „Ich übe mich in Demut“ und „Beinahe hätte ich’s gekonnt“.

C: Mal abgesehen von der Golfanlage – haben Sie einen Lieblingsplatz bei uns für sich entdeckt?

YdB: Mein Lieblingsplatz in Friedrichsruhe ist auf der Galerie über dem Pool mit Blick aus der durchgehenden Fensterfront. Die Ruhe, das Plätschern im Hintergrund, der weite Blick, die Seele baumelt.

C: Wie sieht für Sie der perfekte Tag in Friedrichsruhe aus?

YdB: Mein perfekter Tag in Friedrichsruhe sieht so aus: Friedrichsruhe macht seinem Namen alle Ehre. Das einzige, was morgens nach dem Aufwachen an mein Ohr dringt, ist ein sanftes Vogelzwitschern. Ansonsten Ruhe. Absolute Ruhe. Ich merke, wie sich mein ganzer Körper entspannt und noch einmal tiefer in die Matratze sinkt. Noch einmal im kuscheligen Bett umdrehen, denn ich weiß nicht, wann ich wieder auf so einer Matratze und so einem Kopfkissen in einem Hotel liegen werde. Ich öffne leicht die Augen und lasse meinen Blick im Zimmer schweifen. Alles ist perfekt bis auf das kleinste Detail. Liebevoll, durchdacht und hochwertig. Das Badezimmer ist ein Tanzsaal. Genug Platz, um darin gut gelaunt zu rhythmischer Musik die Hüften schwingen zu lassen, während ich meine langen Haare trockenföne. Das Frühstück ruft. Nun ja, Frühstück ist üblicherweise eine Bezeichnung für die Nahrungsaufnahme am Morgen. Hier bekommt das eine ganz andere Bedeutung. Beim Betreten des Frühstücksraumes lächelt mich die adrett gekleidete Servicekraft an. Das Bemerkenswerte hier ist: Sie wartet ab, ob ich den Eindruck mache, dass ich zu einem Tisch geführt werden oder lieber meine Ruhe haben möchte. Das nenne ich Klasse. Die Tische stehen in angenehmen Abständen zueinander. Das ist mir morgens sehr wichtig. Ich bin vor dem ersten Kaffee nämlich alles andere als kommunikativ. Beim Entlangschlendern am Buffet hüpft mein Herz. Es gibt frische Smoothies in allen Geschmacksrichtungen! Frisches Obst und damit meine ich auserlesene Qualität. Ich probiere alles aus. Es wird doch wohl irgendwo einen dunklen Fleck geben. Kein Hotel der Welt ist perfekt. Und da sehe ich es: Es gibt keinen Bacon. Ich liebe Bacon! Als ich mich mit meinen beladenen Tellern an meinen Tisch setze, steht eine weitere Servicedame neben mir und noch bevor ich den Stuhl an den Tisch gerückt habe, fragt sie freundlich: „Darf ich Ihnen etwas Warmes bringen? Bacon oder eine Eispeise?“ Wenige Minuten später lachen mich vier knusprigste Baconstreifen an und überdies das leckerste Omelett, das je meine Geschmacksknospen berührt hat. Ich bin sicher, es gibt keinen kulinarischen Wunsch, der hier nicht erfüllt wird. Notiz an mich: „Nächstes Mal die Flexibilität testen.“

Golfen ist Leidenschaft und Hingabe. Es ist nicht nur ein Sport. Na gut, man läuft schon so seine 10 km, vor allem wenn man wie ich mangels präziser Schläge ständig Umwege durch die anschließenden Hochgräser und Wälder machen muss. Der Platz ist sehr abwechslungsreich, in exzellentem Zustand und es gab an diesem Tag erstaunlicherweise trotz der schwülen Luft keine einzige Bremse. Nur eines irritierte mich: Es hängen hier und da seltsame große, schwarze Bälle unter einer weißen Netzhaube am Rande der Fairways. Meine Mitspielerin erklärte: „Das sind Pferdepopos.“ Ich habe ja auf dem Golfplatz schon einige skurrile Mitspieler gehabt, aber hier überlegte ich zum ersten Mal, ob ich einen guten Therapeuten kenne. Schnell klärte sie es auf: „Die schwarzen Bälle erwärmen sich in der Sonne und ziehen die Bremsen an. Die versuchen in den vermeintlich leckeren Pferdepopo zu beißen, stoßen sich enttäuscht ab und landen im Fliegennetz darüber. Funktioniert super.“ … und gewährleistet bremsenfreies Spiel auf dem gesamten Platz. Großartig!

Nach einem wunderbaren Tag zwischen weißen Bällen, fröhlichen Menschen und mehr oder weniger grandiosen Abschlägen, gibt es für mich nur noch eins: Relaxen. Durch einen lichtdurchfluteten Gang der Sinne mit Blumen und Farben, gelange ich in den überwältigenden Spabereich. Darüber werde ich gerne explizit in einer weiteren Ausgabe berichten sowie auch über die weiteren Freizeit- und Entspannungsmöglichkeiten in der Umgebung. Auch der Tagungsbereich ist ein einladender, durchdachter Teil der Vision, die Gäste nicht nur glücklich zu machen, sondern für die Zeit des Aufenthaltes aus dem Alltag zu entführen. Aber dazu auch später mehr. Nur so viel: Ich weiß, dass ich für mein Körperspracheseminar „Wirkung.Macht.Vertrauen“ keinen idealeren Ort finden kann. Konzentration, Fokussierung, Freude und abends die verdiente Entspannung für alle.

Aber auch der elysischste Tag geht einmal zu Ende. Abends freue ich mich, dass mein Zimmer wie von Geisterhand für die Nacht vorbereitet ist. Die Bettdecke ist einladend zurückgeschlagen, eine kleine Aufmerksamkeit lächelt mich auf dem Kopfkissen an und sogar ein weißes, kleines Deckchen für die zarten Füße liegt fein säuberlich vor dem Bett.

Wer einmal in diesem Hotel war, in dem wird sich das Bedürfnis manifestieren, ob er nicht sein Namensschildchen an die Türklingel anbringen kann: „Hier wohne ich und hier gehe ich nicht mehr weg.“

Anke BrachtGolfen bedeutet Helfen – Yvonne de Bark